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Comenius Projekt

Grundschule der Tümpelgarten-Schule beteiligt sich an internationalem Comenius-Projekt:

 

 

Märchenhafte Zeiten

werden für die Grundschulkinder der Tümpelgarten-Schule in Hanau anbrechen, wenn sie sich im Rahmen eines von der Europäischen Union finanzierten COMENIUS-Projektes in den nächsten zwei Jahren intensiv mit der Literaturgattung des Märchens auseinandersetzen.

Das Besondere an dem Projekt ist, dass die Kinder sich nicht nur mit den bekannten Kinder- und Hausmärchen der Brüder-Grimm beschäftigen werden, sondern über den Tellerrand der deutschen Märchen hinaus blicken und europäische Dimension erfahren können.

Neben den Märchen der Brüder Grimm finden sich in anderen Ländern viele in Deutschland weniger bekannte Märchen. Für zahlreiche Märchen gibt es in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Fassungen. Das gemeinsame kulturelle Erbe Europas tritt in Märchen in besonderem Maße hervor und Kinder können an ihnen erkennen, dass wir Europäer zwar unterschiedlich sind und verschiedene Sprachen sprechen, dass wir aber auch viele Gemeinsamkeiten haben.

Die Gründschüler der Tümpelgarten-Schule werden im COMEMIUS-Projekt aber nicht nur Märchen aus anderen Ländern kennen lernen und sich mit ihnen auf vielfältige Art auseinandersetzen, sie werden auch Kontakt zu Kindern aus europäischen Ländern aufnehmen und ihre Arbeitsergebnisse vorstellen. Am Ende sollen alle beteiligten Kinder ein gemeinsames „e-book“ erstellen, mit dem die Arbeit dokumentiert werden soll. Darüber hinaus sollen sie erfahren, wie die Kinder in anderen Ländern leben, wie deren Tagesablauf aussieht, wie der Schultag verläuft, welche Feste im Jahreskreis es gibt etc. Hier können auch wieder viele Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede festgestellt werden. Erste Kontakte sind bereits  hergestellt worden, und so  haben die Kinder der Tümpelgarten-Schule englische Christmas Cracker ausprobiert und erfahren, dass in Italien die Hexe Befana am 6. Januar den Kindern Süßigkeiten und Geschenke bringt.  Aus Frankreich kennen sie jetzt den Brauch vor Weihnachten Linsen zum Keimen zu bringen. Die Kinder in Italien, Frankreich und Großbritannien wissen dafür jetzt, wie deutsche Lebkuchen schmecken.

Möglich wurde die Durchführung des Projektes, da es der Grundschule der Tümpelgarten-Schule in diesem Jahr als einziger Hanauer Grundschule gelungen ist, die Teilnahme an einer von der Europäischen Union geförderten Comenius-Schulpartnerschaft zu erlangen. Die Tümpelgarten-Schule geht dabei Schul-Partnerschaften mit der Ecole Octave Tordo in Tourrette-Levens (Provence/ Frankreich), der Old Clee School in Grimsby (Lincolnshire/Großbritannien) und dem Istituto Comprensive Don Roberto Angeli in Livorno (Toskana/Italien) ein.

Lehrerinnen der Tümpelgarten-Schule hatten 2008 an einem Sprachkurs in Bristol /England teilgenommen und konnten dort Kontakte zu Lehrerinnen aus Frankreich knüpfen. Die TGS wurde anschließend eingeladen, sich gemeinsam um eine Comenius Schulpartnerschaft zu bewerben. Das Vorbereitungstreffen fand im Oktober 2008 in Nizza/ Tourrette-Levens statt. Hier wurde das Konzept für das europaweite Projekt erstellt, Zielsetzungen und Umsetzungsmöglichkeiten wurden erarbeitet.

Nach der erfolgreichen Bewerbung sind nun Kolleginnen aus den beteiligten Schulen in der zweiten Dezemberwoche nach Hanau eingeladen. Neben Unterrichtshospitationen in der Schule, bei denen sie in den Klassen 2a und 3b Unterricht zum Thema „Frau Holle“ (aka „Mother Hulda“/ „Dame Hiver“ / „Madama Holle“) begleiten werden, und der Koordination und inhaltlichen Weiterarbeit am Projekt ist ein weiterer Schwerpunkt das Kennen lernen des märchenhaft schönen Hessenlandes. So steht eine Fahrt nach Steinau mit Besuch des Puppentheaters „Die Holzköppe“ und der Besichtigung des Brüder-Grimm-Hauses an. Außer in Hanau wird man auch in Marburg den Spuren der Brüder Grimm folgen, und natürlich darf auch ein Besuch des Frankfurter Weihnachtsmarktes nicht fehlen.

Im Frühjahr werden sich die beteiligten Schulen dann in Livorno treffen. Dort werden die Lehrerinnen Einblicke in das italienische Schulsystem erhalten.

Der einzige Wermutstropfen für die Kinder besteht darin, dass die Kontaktaufnahme und der Informationsaustausch mit den europäischen Partnern bislang sehr umständlich ist, weil im Gebäude der Grundschule - obgleich die Kabel verlegt wurden, ein ausgestatteter Computerraum und PCs in den Klassenzimmern vorhanden sind - noch immer der seit langem ersehnte Internetanschluss fehlt. Dieser Umstand ist besonders bedauerlich, weil zur Zielsetzung des Projektes auch das Kennen lernen und der Umgang mit Neuen Medien in sinnvollen Realsituationen gehört.

Die TGS hofft darauf, dass ihre Grundschule bald mit einem Internetzugang ausgestattet wird, damit das Projekt professionell durchgeführt werden kann.

 

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